dies ist mein Debut Artikel auf meinem neuen BLOG, wo sich alles um Coaching und Therapie dreht. Die Idee zu diesem Thema ist mir aufgrund der an mich immer wiederkehrenden gerichteten Frage gekommen, was denn der Unterschied zwischen einem Coaching und einer Therapie ist. Und ja es gibt da einige erhebliche Unterschiede. Um das Besser verstehen zu können, sollten wir zuerst in die ursprünglichen Bedeutungen der Begriffe von Coaching und Therapie eintauchen.

Der Begriff Coaching stammt aus dem Englischen und hat mehrere Bedeutungen.

„COACH“ bedeutet ursprünglich Kutsche und tauchte in England um 1850 herum als die Bezeichnung von Tutor für Studenten auf. 1885 wurde der Begriff Coach/Coaching dann auch im Sport eingesetzt. Coaching Strategien aus dem Sportbereich dienten dann als Vorbilder für den Einsatz in unterschiedlichen wirtschaftlichen Bereichen.

Coaching grenzt sich deutlich von der Therapie dadurch ab, dass ein Coach seinen Coachees durch spezifische Fragestellungen zu einem optimierten Ergebnis verhilft. In dem Handbuch The Bass Handbook of Leadership wird Coaching als Anleitung und Rückmeldung zu Fähigkeiten, Wissen und Fertigkeiten für spezifische Aufgaben verstanden (Bernard. M. Bass: The Bass Handbook of Leadership, Theory, Research & Managerial Applications. 4. Auflage. New York 2008, S. 1091). Der Coach begleitet seinen Klienten darin ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Der Coach behandelt also nicht, sondern begleitet. Er unterstützt seine Klienten durch Rückmeldungen und spezielle Fragetechniken selber Lösungen zu finden. Diese Fragetechniken wurden im Laufe der Zeit aus unterschiedlichen Therapieformen und dem Neurolinguistischen Programmieren entwickelt. 

Coaching könnte auch als eine zeitgemäße und erweiterte Form der klassischen Beratung verstanden werden. Es gibt mittlerweile unterschiedliche Formen des Coaching wie z.B. Projektcoaching, Teamcoaching, Einzelcoaching, Textcoaching, Paarcoaching, Motivationscoaching und einige mehr.

In der Therapie hingegen, geht es um pathologische Veränderungen emotionaler Zustände. Das Wort Therapie stammt aus dem Altgriechischen und heisst übersetzt Heilung, Pflege der Behandlung. In der Behandlung geht es um die positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufes, um die Gesundung des Patienten voranzutreiben. Um die richtige Behandlung zu finden, also eine der Krankheit entsprechende Therapie, bedarf es einer Diagnose. In der Psychotherapie stehen Diagnosen von Persönlichkeitsstörungen und Psychosomatosen im Vordergrund. Menschen, welche sich in eine Psychotherapie begeben, leiden oft unter einer lebenseinschränkenden Persönlichkeitsstörung, die sich ins körperliche äußern kann und sie somit auch körperlich erkranken lassen können. Die Behandlung in einer Therapie beinhaltet daher auch eine längere Zeitdauer von mindestens 10 bis 60 Stunden bzw. Sitzungen. 

Der Therapeut lernt eine Anamnese zu erheben und Diagnose Verfahren anzuwenden, um herauszufinden, welche Form der Therapie dem Patienten helfen und heilen kann. Die Behandlung besteht darin, das Leid eines Patienten zu reduzieren bzw. den Patienten von seiner Erkrankung zu heilen.

Der Coach hingegen behandelt und heilt auch nicht im therapeutischen Sinne, sondern erarbeitet mit seinem Klienten neue Lösungen oder entwickelt mit und für ihn spezifische Fähigkeiten und Lösungen und motiviert ihn auch noch damit.

Eine wesentliche Rolle für den Erfolg beider Methoden spielt die Beziehung zwischen dem Coach und seinem Kunden bzw. dem Therapeuten und seinem Klienten/Patienten. Während in der Therapie eine falsche Diagnose verheerende Folgen für den Rest des Lebens haben kann, können Coaches latente psychische Persönlichkeitsstörungen unbewusst triggern und damit zu Tage fördern und diese unbehandelt stehen lassen. Die Störungen und Erkrankungen bleiben dann unerkannt und können vom Coach auch nicht aufgefangen und weiter therapeutisch behandelt werden. So ein umprofessionelles und ungelerntes Coaching in einer Scharlatanerie enden. Das Ergebnis bleibt aus und es ist mehr Schaden als Gutes getan worden.

Beides ist klar voneinander abgegrenzt. So gibt es unterschiedliche Felder für das Coaching wie für die Therapie Krankheitsbilder vorhanden sind. In erster Linie taucht das Coaching im Sport wie auch im Wirtschaftsbereich auf. Während eine Therapie einer längerfristige Behandlung darstellt, kann ein Coaching ein Minimum von 1 Sitzung bereits zum Ziel für den Klienten führen. In einer Therapie zeigt der Patient auch höhere Widerstände als beim Coaching. Beim Coaching ist dem Klienten durchaus bewusst ein bestimmtes Ziel mit Hilfe eines Coaches erreichen zu wollen und nicht wie in der Therapie eine Störung zu beseitigen.

Zur Zeit zeichnet sich ein Trend ab, wo Coaching Ausbildungsanbieter zum Teil mit fragwürdigen Ausbildungen locken und dann die neuen Coaches oftmals ohne Qualitätsmanagement oder Supervision auf dem Psycho Markt tätig werden lassen.

Sie schießen wie die Pilze aus dem Boden, die Ausbilderanbieter wie auch die  mittlerweile selbsternannten Coaches, die ihre Vorgehensweise teilweise mit therapeutischen Inhalten vermischen ohne dabei eine Ahnung zu haben was sie wirklich tun und damit auch etwas auslösen, aber nicht auffangen können. Es werden durch unpräzises Vorgehen und Halbwissen  gefährliche Halbwahrheiten geboren, die den Ratsuchenden eher Schaden als helfen.

Coaching Ausbildungsinstitute, welche nicht eine Ausbildung mit begleitender Supervision anbieten und auch jeden in eine Coach Ausbildung  aufnehmen, ohne vorher die Eignung und das spätere Tätigkeitsfeld des angehenden Coaches dafür zu prüfen, und obendrein nicht in einem Fachverband Mitglied sind, sollten schlichtweg gemieden werden. Die Forschung und Qualitätssicherung in der Therapie hat da eine ältere Tradition und ist aufgrund seiner therapeutischen Forschungsfelder weiter.

Spannend ist natürlich, dass sich mittlerweile Kombinationen aus Coaching und Therapie entwickeln. Hierbei handelt es sich z.B. um die sogenannte Kurzzeit Therapie. Hier bei sieht der Therapeut seinen Patienten eher als Klienten und  die Therapieresistenz ist in dem Sinne auch nicht vorhanden, weil der Klient nicht wegen einer schwerwiegenden Störung kommt, die sein Leben belastet, sondern bewusst wegen einer Veränderung seines inneren Zustandes. Es handelt sich dabei nicht um pathologische Persönlichkeitsstörungen oder Psychosomatosen wie in der klassischen Therapie. 

Derzeit entwickeln sich immer mehr neue Coaching Felder, die Aufgrund eines induzierten Bedarfes entstehen. Angefangen vom Food Coach hin zum Eltern-Kind Coach bis hin zum Business Coach.

Die derzeitige Jahrmarkt schreierische Vermarktung des Begriffes Coach und damit verbundene Verlockung in den Beruf einzusteigen macht es auch professionellen Coaches zunehmend  herausfordernder in ihrem Beruf zu bestehen. Ähnlich dem des professionellen Trainer Berufs.

Ich hoffe, dass der Unterschied zwischen Coaching und Therapie deutlich geworden ist. Konstruktive Rückmeldungen und Anregungen nehme ich gerne per Email entgegen.